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Kann in Zoologischen Gärten eine artgerechte Tierhaltung überhaupt gewährleistet werden?
Die Meinungen darüber gehen weit auseinander.
Die meisten Zoos sind heute bestrebt, die lebensnotwendigen, artspezifischen Ansprüche und Umweltfaktoren zur Steigerung des Wohlbefindens der Tiere zu erfüllen. Als Vorbild für die neuzeitlichen zoologischen Gärten gilt die erste von C. Hagenbeck praktizierte Haltung der Tiere in Artengruppen, die der natürlichen Population eines Lebensraumes entsprechen, wobei diese auch möglichst naturgetreu nachgestaltet wird. Jedoch selbst Anhänger räumen dabei Probleme ein. Ideale Bedingungen seien auch wegen der Kosten noch nicht überall gegeben. "Trotz aller Schwierigkeiten ist artgerechte Haltung aber möglich", sagt Dirk Petzold aus dem Vorstand der Stiftung Artenschutz. Die seit März 2001 bestehende Stiftung Artenschutz ist eine Initiative von Zoos, Naturschutzorganisationen und Förderern aus der Wirtschaft. – Das Ziel ist der Erhalt existenziell gefährdeter Tierarten, für die es bisher keine ausreichende finanzielle Unterstützung gibt, sowie der Schutz ihrer ursprünglichen Lebensräume. Dafür werden Förderer gesucht, die Projekte zum Schutz der Tiere finanziell unterstützen. | |
© Zoo Leipzig |
© Zoo Leipzig |
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Manche Tierschutzorganisation sieht das grundsätzlich anders. „Zoos sind für die Besucher
gemacht und nicht für Tiere“, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes Thomas Schröder,
„zumindest exotische Großsäuger wie Elefanten, Löwen oder auch Eisbären seien im Zoo generell nicht
artgerecht zu halten“.
Zoos sehen sich heute als eine Art „Arche Noah“, die sich darum bemüht, Tiere nicht nur in einer möglichst natürlichen Umgebung zu halten, sondern bedrohten Tierarten einen geschützten Raum zu geben mit dem eigentlichen Ziel, sie zu vermehren und später wieder der Natur zurück zu geben. Wenn das allerdings kein Wunschdenken bleiben soll, muss die Menschheit im Allgemeinen ihr ignorantes, rücksichtsloses Verhalten gegenüber den Tieren und der Natur grundlegend ändern. | |
© Zoo Osnabrück |
© Zoo Leipzig |
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Zehn Wochen lang – von Mitte März bis Mitte Juni – recherchierte ein „Stern-Team“
in 50 zoologischen Gärten für einen großen Zoo-Test mit teilweise erfreulichem Ergebnis. In den letzten
10 Jahren hat sich viel verändert.
So können sich in riesigen, fast unsichtbaren Volieren Besucher fühlen, als wären sie mitten im Urwald, umgeben von frei fliegenden Exoten. In fast perfekten Kopien einer afrikanischen Ebene mit Zebras Giraffen und Straußen, leben die Tiere ohne Gitter. Sie können sich verstecken und haben größtmögliche Bewegungsfreiheit. In Wuppertal wurde im Zoo vor etwa einem Jahr das mit einem Hektar größte Löwengehege fertig gestellt. Die Löwen, die darin leben, liegen nicht traurig und gelangweilt herum – sie durchstreifen das ganze Gebiet, und das zeigt auch Kritikern, dass sie sich wohl fühlen. Sichere Rückzugsräume für Tiere gibt es überall auf der Welt nur noch sehr wenige, denn die Menschen drängen die Natur zurück, um Städte, Fabriken, Ackerflächen und Straßen zu bauen. Viele Tierarten wird es in ein paar Jahren höchstwahrscheinlich nicht mehr geben. Ca. 12.250 Tierarten sind akut vom Aussterben bedroht – und dafür sind mehr als sechs Milliarden Menschen verantwortlich. Sie benötigen immer mehr Lebensraum und verändern ihn radikal nach ihren Vorstellungen. So muss der Mensch wohl davon überzeugt werden, dass er ein Teil der Natur ist und die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten als Mitgeschöpfe achtet. | |
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Euregio-Zoo in Aachen
Besonders anerkennenswert und sicher sinnvoll sind die Bemühungen des "EUREGIOZOOS" in Aachen, Kindern und Jugendlichen Respekt für unsere Mitgeschöpfe und die Verantwortung für die Natur zu vermitteln. Sie sollen lernen, die Tiere als Sozialpartner zu akzeptieren. Hierzu ist viel Information über die verschiedenen Tierarten, ihre spezifischen Verhaltensweisen sowie artgemäße Haltungsformen erforderlich. Das wurde in Stern-Test leider überhaupt nicht berücksichtigt. | |
Kinderbauernhof |
Kinderbauernhof |
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Wenn zudem der Aachener Tierpark keine Tiere zeigt, deren
Anforderungen und Bedürfnisse dort nicht erfüllt werden können, ist das eher lobenswert und
keinesfalls langweilig. So ist beispielsweise allein schon das großzügig und sehr schön
angelegte Serval-Gehege und das Schildkröten-Gehege sehenswert. | |
Servalgehege |
Schildkrötengehege |
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Kinder sind die Erwachsenen von morgen und die Generation, die vielleicht begonnene
Verbesserungsbemühungen erfolgreich fortsetzen können.
Die Sünden von Jahrzehnten lassen sich nicht ohne weiteres von heute auf morgen berichtigen. Veränderungen brauchen Zeit und kosten Geld. So ist doch vielleicht ein kleiner erfreulicher Fortschritt, dass viele Zoos heute ernsthaft bemüht sind, für die Tiere weitgehend natürliche und artgerechte Lebensbedingungen zu schaffen. | |
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Zoos sollten nicht pauschal negativ beurteilt - und diskriminiert werden.
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